Der Rettungsdienst und das Rote Kreuz

Rotkreuzgründer Henry Dunant hatte die Idee: Private Hilfsorganisationen mit vielen ausgebildeten Freiwilligen sollten für den Sanitätsdienst im Krieg gerüstet sein. Aus der Krisenvorsorge wurde in manchen Ländern, auch in Österreich, ein ziviler Rettungsdienst.

An sich ist das Rettungswesen eine öffentliche Aufgabe: Gemeinden und Länder sind zuständig. In Wien macht das die Gemeinde (teilweise) selbst. Die anderen Bundesländer haben vor allem das Rote Kreuz beauftragt. In anderen EU-Staaten ist das Rote Kreuz weniger oder gar nicht im Rettungsdienst tätig.
 

Was sind wessen Kosten in Österreich?

Die Gemeinden und Länder sind zuständig, einen Rettungsdienst vorzusehen. Aufgrund der meisten Landesrettungsgesetze zahlen sie einen Beitrag ("Rettungsschilling" pro Einwohner) an das Rote Kreuz. Weil aber gesetzlich nicht eindeutig festgelegt ist, wer die Kosten letztendlich wirklich zu tragen hat, ist dieser Beitrag unterschiedlich.

Wird ein Patient versorgt, so muss er im Normalfall für diese Dienstleistung aufkommen. Zumeist bezahlt aber seine Krankenkasse: So gut wie alle Österreicherinnen und Österreicher sind versichert. In der Praxis verrechnen Rotes Kreuz und Sozialversicherung direkt, der Patient muss sich um gar nichts kümmern. Selbstverständlich ist das nicht: So wird in der Schweiz vom Patienten kassiert, der sich von seiner Versicherung das Geld zurückholt.

Das Rote Kreuz trägt maßgeblich zur Versorgung der Bevölkerung bei: Geld- und Sachspenden sowie die unbezahlte Arbeit der Freiwilligen decken den größten Kostenblock ab. So waren 2006 in der Bezirksstelle Neunkirchen  über 330 Rotkreuz-Freiwillige über 218.000 Stunden im Einsatz! Über 280 Freiwillige waren 2002 alleine im Rettungs- und Krankentransportdienst tätig.
 

Freiwilligkeit, Kostenbewusstsein und Qualität

  • Freiwilligkeit: rund 242 Millionen Euro ersparen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dem Gesundheitssystem in Österreich. Und bei Großunfällen oder Katastrophen stehen weit mehr Helfer zur Verfügung, als jeder Rettungsdienst mit hauptberuflichen Mitarbeitern bieten kann.

  • Kostenbewusstsein: Das Rote Kreuz arbeitet kostenbewusst, aber nicht auf Gewinn gerichtet. Es wirbt nicht für Krankentransporte, schafft von sich aus keine Nachfrage. Kommerzielle Anbieter (wie z. B. in Deutschland) sind anfangs billiger, plötzlich explodiert aber die Zahl der Transporte.

  • Qualität: Qualitätsstandards werden selbst auferlegt. Neuerungen wie der "Defi" kosten die öffentliche Hand keinen Groschen. Das Rote Kreuz finanziert den zusätzlichen Aufwand zum Beispiel durch Spenden- und Sponsorengelder.
     

Deshalb vertraut die Bevölkerung Österreichs, wie Studien zeigen, dem Roten Kreuz mehr denn je. In einer aktuellen Umfrage sind 90 Prozent der Patienten mit den Rettungs- und Krankentransportdiensten des Österreichischen Roten Kreuzes "sehr zufrieden"!